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Die Zukunft im Visier

(27.04.2021, Beitrag Brettener Woche) - Der im Gemeinderat präsentierte Zwischenbericht zeigt: Das Mobilitätskonzept, das wir im Juli verabschieden werden, ist eine hervorragende Grundlage, die Mobilität in Bretten in den nächsten Jahren systematisch und umfassend neu zu denken und zu gestalten. Die professionelle Begleitung durch die planersocietät, das Engagement des Beirats, aber auch die Bereitschaft der Verwaltung, den Einwohnerantrag  ernst zu nehmen und das Anliegen qualifiziert umzusetzen, hat unserer Meinung nach zu einem richtig guten Ergebnis geführt. Jetzt kommt es darauf an, das Mobilitätskonzept zur Sache von Verwaltung, Gemeinderat und der aller Bürger:innen zu machen, die Maßnahmen zu planen und umzusetzen. Bei einem Vorhaben über mehrere Jahre wird es sicher auch notwendig sein, zu evaluieren und die Maßnahmen weiter zu entwickeln.

Mobilität geht uns alle an. Deshalb haben wir GRÜNEN vorgeschlagen, den Mobilitätsbeirat in einer kommunalen Version weiterzuführen. So bleiben Bürgerschaft, Gemeinderat, Ortschaftsräte und die Verwaltung im Gespräch. Außerdem ist eine Ansprechperson notwendig. Unsere Fraktion plädiert für einen zügigen Beitritt Brettens zur AGFK-BW (Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg e. V.), um ein Zeichen zu setzen und vom Austausch und den Erfahrungen anderer Kommunen zu profitieren. Regelmäßige Informationen über Vorhaben und Umsetzung sind wichtig, zum Beispiel via Internet und SocialMedia oder etwa regelmäßige Vor-Ort-Spaziergänge. So kann man die Brettener:innen bei der Umsetzung des Mobilitätskonzept mitnehmen und weitere Ideen erhalten.

Innerstädtische Mobilitätsplanung ist Teil der Stadtentwicklung. Dies hat sich auch beim Beschluss der Satzung für das künftige Sanierungsgebiet „Westliche Vorstadt“ gezeigt. Und: Modernisierung und der Erhalt bestehender Stadtgebiete sind aktueller denn je: Zum Einen gelangen viele Städte im Rahmen der Ausweisung zahlreicher Neubaugebiete an die Grenzen des Wachstums und zum Anderen ist zu beobachten, dass durch fortlaufende Veränderungsprozesse einzelne Quartiere mit den Entwicklungen nicht Schritt halten können, Missstände sind die Folgen.

Die Vorlagen zum Sanierungsgebiet „Westliche Vorstadt“ führen akribisch den Nachweis, dass die städtebaulichen Mängel groß sind. Wir GRÜNEN sehen in den umfassenden Fördermitteln, die durch die Festlegung von Sanierungsgebieten erschlossen werden können, dass zwischen Landmesserhaus, Melanchthon- und Wilhelmstraße die Lebensqualität in den nächsten Jahren erheblich verbessert werden kann. Bis zum Start der Gartenschau wird sich dieses zentrale Quartier in einem neuen Gewand zeigen.

Es grüßen Ute Kratzmeier, Otto Mansdörfer, Ira Müller und Fabian Nowak

Teuer, aber notwendig – der neue Bronnerbau

(09.04.2021) 54 Jahre nach seiner ersten Eröffnung 1967 wird der Bronnerbau des Melanchthongymasiums jetzt grundsaniert und nach heutigen pädagogischen Gesichtspunkten umgestaltet. Als größter Gebäudeteil des MGB ermöglichte er das enorme Wachstum der Schule auf rund 1.500 Schüler – bevor das Edith-Stein-Gymnasium gegründet wurde. Bei heute ca. 850 Schüler*innen in der „Anstalt“ MGB – wie die Schüler ihr Gymnasium zur Bauzeit des Bronnerbaus noch scherzhaft nannten – ist es sinnvoll, das Gebäude funktional neu zu gestalten. Die Anforderung, ja möglichst viele Schüler*innen zu fassen, besteht nicht mehr. Bei einem ersten Umbau hatte der Bau ein Satteldach erhalten, in dem die Aula platziert wurde. Das Satteldach wird jetzt einem begrünten Flachdach weichen.

Der Weg zum Umbau war alles andere als geradlinig und geschmeidig. Ein Architekturbüro, das die gestellten Anforderungen nicht einhielt, musste ausgewechselt werden. Die Komponenten des Umbaus wurden (sinnvoll, aber teurer) verändert, ohne dass dabei stets die gebotene Kostensorgfalt waltete. Schließlich löste die Ausschreibung der Bauleistungen einen Kostenschock bei Verwaltung und Gemeinderat aus. Die Kosten hatten sich von ursprünglich 9,6 Mio. € auf jetzt 13,9 Mio. € erhöht. In der Debatte am vergangenen Dienstag war aber für eine deutliche Mehrheit des Gemeinderats klar, dass der Ausweg, alle Ausschreibungen aufzuheben, keine Option war. Jahre des Stillstands und ein verlorener Schulbauzuschuss von 3,4 Mio. € wären die Folge gewesen. Damit blieb es beim Baubeschluss vom 28.07.2020 mit der Auflockerung des starren Klassenzimmerrasters in allen Geschossen, dem Umbau zum Flachdach, dem Anbau des Treppenhauses an der Weißhofer Straße und der neuen Erschließung der Ebene -3.

Der Umbau des größten Gebäudeteils des MGB ist notwendig, um die Schule den Erfordernissen moderner Pädagogik anzupassen. Zwei wichtige Punkte dabei: Barrierefreiheit als ein Baustein für die Umsetzung von Inklusion und Räumlichkeiten, die differenziertes Lernen und Fördern ermöglichen.

Baugenehmigung und Förderzusage unterliegen einem Zeitregime und sind nicht beliebig zu verschieben. Die Baugenehmigung bezieht sich auf die jetzt vorliegende Umbaulösung und erlischt, wenn die Stadt etwas anderes macht. Die Schulbauförderung hat eine zeitliche Begrenzung (Abnahme Ende 2023). Damit war es weder sachgerecht noch der Schule zuträglich aus „einem fahrenden Zug“ auszusteigen.  Die Verwaltung wurde beauftragt, innerhalb der vergebenen Gewerke Einsparungen von insgesamt 1,1 Mio Euro vorzunehmen. Diese werden – so sehen wir GRÜNE das – den Nutzen des runderneuerten Bronnerbaus für die Schüler*innen aber nicht schmälern.

Es grüßen Ute Kratzmeier, Otto Mansdörfer, Ira Müller und Fabian Nowak

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