DIE GRÜNEN IN BRETTEN

Brettener Grüne besichtigen Karlsruher Energieberg

 

Am Samstag, den 09.05.2015 besuchten Mitglieder der Brettener Grünen den Energieberg im Karlsruher Rheinhafen. Auf der ehemaligen Mülldeponie sind inzwischen drei Windkraftanlagen, eine Solaranlage und ein mit Deponiegas betriebenes Blockheizkraftwerk in Betrieb. In einen sehr interessanten Vortrag berichtete Thomas Müllerschön, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Windmühlenberg GmbH, über die aktuellen Probleme beim Bau und bei der Genehmigung von Windkraftanlagen. Da in naher Zukunft zwei der Windkraftanlagen wegen Ersatzteilmangels durch eine leistungsfähigere Anlage ersetzt werden,[Erich Fey1]  muss ein neues Genehmigungsverfahren durchlaufen werden, welches sich wegen der Nähe zu Wohngebieten und der im Karlsruher Rheinhafen vorkommenden bedrohten Vogelarten als schwierig erweist. Hierbei erwähnte Müllerschön, dass seit der Inbetriebnahme der ersten Windkraftanlage im Jahre 1999 noch kein Vogel Schaden genommen hat, folgerichtig die Gefahr für Vögel durch Windkraftanlagen deutlich geringer ist, als allgemein angenommen. Zuletzt wurde noch über die Problematik der Energiespeicherung berichtet. Aktuell werden bei Überproduktion viele Kraftwerke in den Leerlauf geschaltet was große Mengen Energie praktisch verpuffen lässt. Bei der Lösung dieser Problematik könnte zukünftig das noch relativ unbekannte Verfahren „power to gas“ eine wichtige Rolle spielen: Über eine Elektrolyseanlage würde Wasser in Wasserstoff umgewandelt und entweder gespeichert oder nach der Zugabe von Kohlenstoff in künstliches Erdgas (sogenanntes synthetisches Methan) umgewandelt und dann in das Erdgasnetz eingespeist.. Hierdurch könnte die Abhängigkeit Deutschlands von den Erdgas fördernden Ländern verringern. Als weiterer Vorteil bestünde noch die Möglichkeit, den Strom der Windparks im Norden zu methanisieren, ihn dann durch bestehende Erdgaspipelines nach Süddeutschland zu leiten und dann in Blockheizkraftwerken wieder in Strom und Wärme umzuwandeln. Nach den aktuellen Entwicklungsstand wird power to gas voraussichtlich in wenigen Jahren wirtschaftlich einsetzbar sein. Würde dieses Verfahren konsequent angewendet und auch wieder vermehrt in die lokale Strompoduktion investiert, so würden einige der geplanten neuen Stromtrassen überflüssig werden.  [Erich Fey1]Es werden in der Tat 2 WKA zu einer Zusammengefasst. Weitere Infos: www.energieberg.de