DIE GRÜNEN IN BRETTEN

Exkursion zum Nationalpark Nordschwarzwald

Die diesjährige Exkursion führten die Brettener Grünen zusammen mit dem OV Walzbachtal in den südlichen Teil des seit 2014 bestehenden Nationalpark Schwarzwald.

Ausgangspunkt war das Nationalparkzentrum am Ruhestein. Zunächst führte uns der Weg durch einen klassischen Wirtschaftswald hinauf auf eine im Schwarzwald typische Grindenfläche. Als Grinde (ursprünglich kahler Kopf) auch Bergheiden genannt, werden die einstmals von Menschen verursachten fast baumfreien Feuchtheiden bezeichnet.

Durch Pflegemaßnahmen und gezielte Beweidung versucht der Mensch die landschaftsprägenden und ökologischen Flächen der Grinden zu erhalten. Die Grinden, die teilweise von größeren Torfkörpern bedeckt sind (Hochmoore), besitzen eine Gesamtfläche von rund 300 Hektar und umfassen dabei nur etwa 3 % der Kulisse des Nationalparks Schwarzwald. Sie liegen in der Managementzone, sie sollen erhalten, dauerhaft gepflegt und miteinander vernetzt werden.

Kurze Zeit später standen wir oberhalb des Wilden Sees, der schon seit 1911 in einem Banngebiet liegt. Damit ist dieses Gebiet das älteste Schutzgebiet des Landes Baden-Württemberg und für den Nationalpark Schwarzwald ein ganz besonderer Ort. Seit über 100 Jahren kann sich hier Natur ohne Holznutzung ungestört entwickeln.

Wer zum See hinabsteigen will, muss trittsicher sein. Unser Ranger stimmte uns auf den Weg ein: Jeder sollte ihn langsam, achtsam und mit Abstand zum Vordermann gehen. Üppig wucherte neues Leben: Junge Tannenbäume, grüne Farne und Moose, Flechten und Pilze. Das langsame Gehen und bewusste Wahrnehmen öffnete die Sinne für die Schönheit des Urwalds. Gewaltig ragte die Großvater-Tanne wie ein stummer Wächter in den Himmel. Ihr Alter wird auf 280 Jahre geschätzt.

Der Wildsee war vollkommen still, auf seiner Oberfläche spiegelten sich die Tannen wider. Es ist ein Spiegelbild der wilden, rauen Schönheit dieses Orts. Die Ruhe des Sees übertrug sich auf die Anwesenden. Ein Windstoß strich über den See, kräuselte das Wasser, ließ die Tannen verschwimmen. Kurz darauf war der See wieder still, als wäre er seit 1000 Jahren unberührt.

Unsere Wanderung führte uns weiter durch den Bannwald zur Darmstädter Hütte, wo wir beim wohlverdienten Essen unsere Tour ausklingen ließen.

An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an den ehrenamtlichen Ranger, welcher in der Führung auf zahlreiche Fragen einging und uns die Eigenschaften des Nationalparks näherbrachte.